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Leserbriefe Seite 01 02 03

1.Juli 2005 Aachener Zeitung

Günther Nabroth aus Alsdorf macht sich seinen Reim über das Rentnerleben.

     Ein junger Mann hat angefangen:

Euch ist` s noch nie so gut gegangen. Die Cafes sind voll von Alten ,die monatlich viel Geld erhalten. Ihr fliegt hinaus in alle Welt, macht Urlaub, wo es Euch gefällt. Während wir vor Kälte beben, genießt Ihr in der Sonne das Leben.
Und wenn nicht, dann macht Ihr Kuren, tragt goldene Ringe, teure Uhren. Wir müssen raus, Ihr morgens nie. Drum feiert Ihr bis in der Früh. Ihr kauft Klamotten, teure sehr, habt Aktien ein ganzes Heer. Wird die Rente nicht erhöht, Ihr jammernd in der Zeitung sehr.

     Nun antwortet ein Rentner-Paar und sagt dem jungen Mann klar:

Als wir jung , lag Deutschland nieder. Wir packten an und bauten wieder das Land so auf , wie es heut ist.
Die jetzige Jugend dies vergisst. Mit 80 Pfennig Stundenlohn war man damals zufrieden schon. Wir wohnten in
ganz engen Räumen, von Autos konnten wir nur träumen. Ein Fahrrad war ein großes Glück. Doch stets nach vorne ging unser Blick Das Wirtschaftswunder nicht allein zog in unser Deutschland ein. Und vielerorts hat Muskelkraft
anstatt Maschinen noch geschafft. Gewiss es gab den Marschall-Plan, der uns viel Gutes hat getan. Doch ohne unser Hände Werk wäre Deutschland heut ein Wirtschaftszwerg.
Ihr seid die Zukunft, müsst gestalten. Es liegt an Euch, nicht an den Alten. Und wenn wir eines Tages sterben, dann könnt Ihr Vieles von uns erben.


 
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